Nationale Beförderungsbedingungen

Gemeinsame Nationale Beförderungsbedingungen des Verbandes der Eisenbahnverkehrsunternehmen
vom 20. Mai 2012

INHALT
Einführung

TEIL I
BEFÖRDERUNGSBEDINGUNGEN IM PERSONENVERKEHR
A Fahrausweise
B Gültigkeit der Fahrausweise
C Nutzung der Fahrausweise
D Ihre Verantwortung
E Ihre Erstattungsrechte
F Zusätzliche Bedingungen für Zeitkarten
G Unterbringung und Reservierungen im Zug
H Betriebsstörungen

TEIL II
BEFÖRDERUNGSBEDINGUNGEN FÜR GEPÄCK, GEGENSTÄNDE, TIERE UND FAHRRÄDER

TEIL III
BEDINGUNGEN IN BEZUG AUF VERLORENES EIGENTUM

TEIL IV
ALLGEMEINE BEDINGUNGEN

ANHANG A
DEFINITIONEN

ANHANG B
INFORMATIONEN IN BEZUG AUF DIE BEFÖRDERUNG VON GEPÄCK, GEGENSTÄNDEN UND TIEREN

ANHANG C
LISTE DER EISENBAHNVERKEHRSUNTERNEHMEN, WELCHE DIESE BEDINGUNGEN ANWENDEN

EINFÜHRUNG
Sobald Sie einen Fahrausweis erwerben, um mit fahrplanmäßigen Zugleistungen auf dem Netz des Verbandes der alternativen Eisenbahnverkehrsunternehmen zu reisen, treten Sie in einen Vertrag mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen ein, deren Züge Sie mit diesem Fahrausweis nutzen dürfen.
Diese Einführung fasst Ihre grundsätzlichen Rechte und Pflichten aus diesem Vertrag zusammen. Wir empfehlen Ihnen, diese Bedingungen sorgfältig zu lesen, damit Ihnen bewusst ist, was Sie bezahlt haben und was von Ihnen erwartet wird.
Halten Sie sich in Bahnhöfen, Zugleistungen oder anderen Einrichtungen auf dem Netz des Verbandes der alternativen Eisenbahnverkehrsunternehmen auf, müssen Sie auch die untergesetzlichen Vorschriften einhalten, welche an personenbesetzten Bahnhöfen oder auf der Website des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, www.bmvi.de, zur Einsicht erhältlich sind.
Eine Liste der Eisenbahnverkehrsunternehmen, welche diese Bedingungen anwenden, finden Sie in Anhang C.

Ihre Rechte – eine Zusammenfassung
Eisenbahnunternehmen und andere Fahrausweisverkäufer müssen:

  • Ihnen klare Informationen vor, während und, falls erforderlich, nach Ihrer Reise zukommen lassen, um Ihnen dabei behilflich zu sein, Ihre Reise zu planen und durchzuführen. Dies schließt die Zugänglichmachung dieser Bedingungen und der untergesetzlichen Vorschriften an jeder Stelle ein, an der Sie Fahrausweise erwerben können, sowie die Bereitstellung von Kontaktdaten im Beschwerdefall.
  • Ihnen beim Fahrausweiskauf anwendbare wichtige Restriktionen erklären (z.B., wann ein Talzeit-Normalpreis-Fahrausweis genutzt werden kann.)
  • Ihnen auf Anfrage Informationen, die ihnen vorliegen, zukommen lassen, über:
    • Fahrpläne und Fahrpreise, welche Ihren Bedürfnissen entgegenkommen; etwa, indem Ihnen der geringste Fahrpreis oder die schnellste Verbindung für die von Ihnen genannte Reise genannt werden;
    • die Gültigkeit Ihres Fahrausweises auf der von Ihnen geplanten Reiseverbindung;
    • die Zugänglichkeit von Eisenbahnleistungen und Dienstleistungen in Zügen, falls Sie schwerbehindert oder mobilitätseingeschränkt sind, etwa Senioren oder Reisende mit Kindern oder schwerem Gepäck;
    • etwaigen Schienenersatzverkehr mit Bussen auf einem Teil oder der gesamten Reise; und/oder
    • Restriktionen bei der Beförderung von Gepäck, Tieren oder Fahrrädern auf der Reise.
  • Reservierungen (falls verfügbar), Fahrausweise und jegliche erforderliche Hilfeleistung ohne zusätzliche Kosten anbieten, falls Sie schwerbehindert oder mobilitätseingeschränkt sind.
  • Ihnen auf Anfrage eine volle Fahrpreiserstattung anbieten, falls Sie nach dem Fahrausweiskauf feststellen, dass Ihre Reise verzögert sein wird, Ihr Zug ausfällt oder Ihre Sitzplatzreservierung ungültig sein wird.

Eisenbahnunternehmen müssen:

  • Fahrausweise und Reservierungen, falls angemessen, an Bahnhöfen, über das Internet oder am Telefon verfügbar machen. Besteht keine Möglichkeit zum Erwerb von Fahrausweisen am Startbahnhof, so werden Fahrausweise während oder am Ende der Fahrt zum Verkauf verfügbar sein.
  • Sie vor und während Ihrer Reise über Services an Bord, Haltestellen und etwaige Verspätungen, welche Ihre Reise betreffen können, informieren. Dies wird, soweit möglich, in einer Art und Weise durchgeführt, welche auch Personen mit Seh- und/oder Hörschwierigkeiten entgegenkommt.
  • Ihnen eine Übernachtungsmöglichkeit anbieten oder angemessene Kosten hierfür erstatten, falls Sie aufgrund eines Ausfalls oder einer Verspätung eines Zuges Ihre Bahnfahrt nicht mehr am selben Tag vervollständigen können.

Sie können:

  • Zwischen den Stationen oder den Zonen an oder während der auf Ihrem Fahrausweis angegebenen Tage reisen.
  • Ihre Reise mit Zügen, auf welchen Ihr Fahrausweis gültig ist, beginnen, unterbrechen oder fortsetzen, sofern Sie nicht auf bestimmte Restriktionen hingewiesen werden, welche auf die Nutzung Ihres Fahrausweises zutreffen. Bitte beachten Sie, dass Sie Ihre Reise außer zum Umstieg nicht unterbrechen dürfen, falls Sie mit einem Sparpreis-Fahrausweis reisen.
  • Eine Erstattung vom Fahrausweisverkäufer für ungenutzte Normalpreis- oder Talzeit-Normalpreis-Fahrausweise erhalten, falls Sie sich aus irgendeinem Grund entscheiden, die Reise nicht anzutreten, unter Abzug einer Verwaltungsgebühr, welche 17,50 Euro nicht überschreitet. Falls Sie Ihren Fahrausweis wegen einer Zugverspätung oder eines Zugausfalls nicht genutzt haben, fällt diese Verwaltungsgebühr nicht an.
  • Gepäck, Tiere und Fahrräder mitnehmen. Restriktionen können aufgrund der Platzverhältnisse im Zug anwendbar sein, und Sie werden möglicherweise eine Reservierung vornehmen und/oder eine Gebühr entrichten müssen.
  • Eine Entschädigung verlangen, falls Ihre Ankunft auf dem auf dem Fahrausweis angegebenen Zielbahnhof sich über eine Stunde verzögert hat. Einige Eisenbahnunternehmen bieten in ihren Serviceversprechen eine Entschädigung bei Verspätungen von mehr als 30 Minuten an.

Ihre Pflichten
Sie müssen:

  • Im Besitz einer oder mehrerer gültiger Fahrausweise für die Gesamtheit Ihrer Reise, zum gewünschten Reisezeitpunkt auf der Route und in den Zügen, welche Sie nutzen möchten, sein.
  • Im Besitz eines Fahrausweises oder einer Fahrkarte Anfangsstrecke sein, bevor Sie einen Zug an einer Station besteigen, ab welcher erhöhte Beförderungsentgelte verlangt werden. Warnhinweise werden an Stationen angebracht sein, wo diese Regelung zutrifft.
  • Sich in den richtigen Zügen und den richtigen Teilen der Züge aufhalten – anderenfalls könnten Sie verpflichtet sein, einen Produkt-, Tarif- oder Klassenübergang oder eine Umwegfahrkarte zu erwerben oder ein erhöhtes Beförderungsentgelt zu entrichten. Sie dürfen nur aus der 2. Klasse in die 1. Klasse wechseln, wenn ein Mitarbeiter des Zugpersonals in dem konkreten Zug hierzu einwilligt oder Sie den korrekten zusätzlichen Fahrpreis entrichtet haben.
  • Ihren Fahrausweis sicher aufbewahren. Es ist Ihre Fahrkarte, nicht die Quittung des Verkaufs, welche Sie zur Fahrt berechtigt. Verlieren, beschädigen oder verändern Sie Ihren Fahrausweis nicht.
  • Ihren Fahrausweis und jegliche damit verbundenen vEVU-Cards oder Kundenkarten/Verbundpässe vorzeigen und, falls von einem Mitarbeiter des Eisenbahnunternehmens angefragt, zur Kontrolle übergeben.
  • Sich an die einschlägigen untergesetzlichen Vorschriften halten. Falls Sie dies nicht tun, können Sie von der Reise ausgeschlossen werden und aufgefordert werden, einen Zug oder einen Bahnhof zu verlassen, auch falls Ihre Reise noch nicht beendet ist.

TEIL I – BEFÖRDERUNGSBEDINGUNGEN IM PERSONENVERKEHR
A. FAHRAUSWEISE
1. Ihr Vertrag

Ein Fahrausweis, der Ihnen ausgestellt wurde, ist ein Nachweis über den Abschluss eines Vertrages zwischen Ihnen und jedem Eisenbahnverkehrsunternehmen, deren Züge Sie nutzen dürfen. Ist das Unternehmen, welches Ihnen den Fahrausweis verkauft hat, keines der Eisenbahnverkehrsunternehmen, deren Züge Sie zur Reise nutzen, handelt das verkaufenden Unternehmen als Stellvertreter für das oder die Eisenbahnverkehrsunternehmen, deren Züge Sie zur Reise nutzen dürfen.

Berechtigt Sie der Fahrausweis zu Waren oder Dienstleistungen einer anderen Vertragspartei (einschließlich dem Recht auf Beförderung durch eine andere Vertragspartei), ist es ebenso ein Nachweis eines Vertrages zwischen Ihnen und dieser anderen Vertragspartei. Die Bedingungen, die sich auf diese Waren oder Dienstleistungen beziehen, können sich unterscheiden, und werden von der anderen Vertragspartei bereitgestellt.

Fahrausweise bleiben im Eigentum des entsprechenden Eisenbahnverkehrsunternehmens. Jede Fahrkarte wird nach Maßgabe folgender Vorschriften ausgestellt:
(a) dieser Bedingungen;
(b) anwendbarer Gesetze sowie untergesetzliche Rechtsnormen;
(c) (falls anwendbar) Bedingungen, die auf elektronische Fahrausweise, Smartcards, andere Geräte zur Speicherung elektronischer Fahrausweise, sowie bestimmte Arten vergünstigter Fahrausweise Anwendung finden; und
(d) (falls anwendbar) Bedingungen, welche sich auf die Berechtigung zu Waren oder Dienstleistungen einer anderen Vertragspartei beziehen. Die Eisenbahnverkehrsunternehmen stellen sicher, dass Sie Zugang zu den Bedingungen einschließlich anwendbarer Rechtsnormen haben, bevor Sie Ihren Fahrausweis erwerben.
Im Falle von elektronischen Fahrausweisen sowie Fahrausweisen auf Smartcards siehe auch Bedingung 9.

2. Erfordernis des Besitzes eines Fahrausweises
Vor Reiseantritt müssen Sie über einen Fahrausweis oder eine andere Fahrtberechtigung verfügen, welche für die Züge gültig ist, die Sie zu nutzen gedenken, sofern nicht die in Unterpunkt (b) (i) oder (ii) festgelegten Umstände vorliegen.

Die Eisenbahnverkehrsunternehmen werden Fahrausweise und Reservierungen an den Bahnhöfen, über das Internet oder am Telefon verfügbar machen. Falls keine Einrichtungen für den Erwerb von Fahrausweisen an dem Abfahrtsbahnhof vorhanden sind, wird der Erwerb von Fahrausweisen während oder am Ende Ihrer Fahrt ermöglicht.

Die Eisenbahnverkehrsunternehmen werden Sitzplatzreservierungen (soweit verfügbar) und Fahrausweise für Schwerbehinderte und mobiltätseingeschränkte Personen ohne zusätzliche Kosten bereitstellen.

Falls Sie in einem Zug reisen
(a) ohne einen Fahrausweis zu besitzen; oder
(b) die Umstände in den Bedingungen 10, 11, 12, 18, 19, 22, 30, 35 und 39 Anwendung finden;

sind Sie dazu verpflichtet, den vollen einfachen Fahrpreis oder den vollen Fahrpreis für eine Hin- und Rückfahrt zu bezahlen, oder, falls anwendbar, ein erhöhtes Beförderungsentgelt (siehe Bedingung 4) für Ihre Reise. Sie sind nicht zu Vergünstigungen oder besonderen Bedingungen berechtigt, falls nicht:

(i) am Abfahrtsbahnhof kein personenbedienter Verkauf geöffnet war
und
keine Automaten zur Selbstbedienung bestanden oder keine Automaten zur Selbstbedienung funktionstüchtig waren
und
auf Strecken mit erhöhtem Beförderungsentgelt: Sie eine Fahrkarte Anfangsstrecke erworben haben, es sei denn, am Abfahrtsbahnhof bestand kein funktionsfähiger Automat für den Kauf von Fahrkarten Anfangsstrecke
ODER
(ii) die Hinweise und andere Veröffentlichungen des Eisenbahnverkehrsunternehmens, in dessen Zug Sie reisen, die Möglichkeit bewerben, Fahrausweise im Zug zu erwerben.

Im Falle von (i) oder (ii) sind Sie lediglich dazu verpflichtet, den Fahrpreis zu entrichten, den Sie entrichtet hätten, wenn Sie einen Fahrausweis unmittelbar vor Fahrtantritt erworben hätten.

Besondere Bedingungen können Anwendung finden, falls Sie im Besitz eines Schwerbehindertenausweises sind. Details hierzu finden Sie in den „Selbstverpflichtungen zum Schutz von Schwerbehinderten“ jedes Eisenbahnverkehrsunternehmens.

Im Sinne dieser Bedingung und Bedingungen 4, 39 und 41 bedeutet „voller einfacher Fahrpreis oder voller Fahrpreis für eine Hin- und Rückfahrt“ den höchsten Fahrpreis für eine einzelne Fahrt oder (auf Verlangen des Reisenden) Hin- und Rückfahrt entsprechend der Wagenklasse, die der Reisende benutzt.

3. Falls das volle Sortiment an Fahrausweisen nicht verfügbar ist
Falls Sie den korrekten Fahrausweis für die geplante Fahrt nicht erwerben können, da das Sortiment an Fahrausweisen an dem Abfahrtsbahnhof eingeschränkt ist, müssen Sie einen Fahrausweis oder eine Fahrkarte Anfangsstrecke vor Fahrtantritt erwerben, welche zumindest einen Teil der geplanten Fahrt abdeckt. Sie müssen anschließend, sobald es sinnvoll möglich ist, einen korrekten Fahrausweis für Ihre Fahrt erwerben. In diesem Fall müssen Sie lediglich den Fahrpreis entrichten, den Sie entrichtet hätten, wenn Sie den korrekten Fahrausweis unmittelbar vor Fahrtantritt erworben hätten. Der zu entrichtende Fahrpreis wird um den Fahrpreis reduziert, den Sie für den ersten Fahrausweis oder die Fahrkarte Anfangsstrecke entrichtet haben.

4. Erhöhtes Beförderungsentgelt
Erhöhte Beförderungsentgelte werden durch die Eisenbahnverkehrsunternehmen an manchen Bahnhöfen und in manchen Zügen erhoben. Warnhinweise sind klar sichtbar angebracht, wenn erhöhte Beförderungsentgelte erhoben werden.

Sie können zur Zahlung eines erhöhten Beförderungsentgelts verpflichtet sein, falls:
(a) Sie in einem Zug ohne einen Fahrausweis oder eine Fahrkarte Anfangsstrecke reisen; oder
(b) Sie in einer Wagenklasse reisen, für welche Ihr Fahrausweis nicht gültig ist; oder
(c) Sie in einem Zug reisen und die in den Bedingungen 10, 11, 12, 18, 19, 22, 30, 35 und 39 festgelegten Umstände zutreffen; oder
(d) Sie sich in einem Bereich mit Fahrausweispflicht aufhalten, ohne einen Fahrausweis oder eine Fahrkarte Anfangsstrecke zu besitzen.

Sie müssen nicht den vollen Fahrpreis einer Einzelfahrt oder Hin- und Rückfahrt gemäß Bedingung 2 bezahlen, wenn ein erhöhtes Beförderungsentgelt erhoben wird, jedoch müssen Sie eine gültige Fahrkarte ab dem nächsten planmäßigen Halt des Zuges besitzen. Auf Anfrage werden die Eisenbahnverkehrsunternehmen, welche erhöhte Beförderungsentgelte erheben, Ihnen Auskunft über ihre Regeln und Bedingungen geben.

5. Kinder
Bis zu zwei Kinder unter dem Alter von fünf Jahren können kostenfrei mit einem Fahrgast, welcher einen Fahrausweis oder eine andere Fahrtberechtigung hält, reisen. Jedoch dürfen Kinder unter dem Alter von fünf Jahren, welche frei fahren, einen Sitz nur dann belegen, wenn kein anderer Fahrgast mit einem Fahrausweis oder anderer Fahrtberechtigung diesen benötigt.

Reisende unter dem Alter von 16 Jahren sind zu Vergünstigungen auf die meisten Fahrausweise berechtigt. Falls eine Vergünstigung nicht verfügbar ist, wird dies vor dem Verkauf der Fahrkarte kommuniziert.

6. Übertragung eines Fahrausweises auf eine andere Person
Ein Fahrausweis darf nur durch die Person, die den Fahrausweis erworben hat, oder die Person, in dessen Auftrag der Fahrausweis erworben wurde, genutzt werden. Falls ein Fahrausweis im Auftrag einer Organisation, eines Unternehmens oder einer ähnlichen Einrichtung erworben wurde, darf dieser Fahrausweis durch jede Person, die durch diese Einrichtung beschäftigt wird, genutzt werden, es sei denn, der Fahrausweis trägt den Namen einer Person, eine Nummer eines Verbundpasses o.ä. oder ein anderes Identifikationszeichen. In diesem Fall darf der Fahrausweis lediglich von der so benannten Person genutzt werden.

Kein Käufer eines Fahrausweises darf diesen Fahrausweis weiterverkaufen oder gegen eine Gegenleistung an eine andere Person übertragen, es sei denn, dies wurde ausdrücklich durch die Bedingungen für den Fahrausweis erlaubt, welche beim Kauf des Fahrausweises kommuniziert werden.

7. Verantwortung der Eisenbahnverkehrsunternehmen
Das Eisenbahnverkehrsunternehmen, dessen Züge Sie nutzen dürfen, oder das zugestimmt hat, Ihnen bestimmte Waren oder Dienstleistungen zukommen zu lassen, ist für die Bereitstellung der Waren oder Dienstleistungen verantwortlich. Jedoch ist das Eisenbahnverkehrsunternehmen oder deren Vertreter nicht verantwortlich für:
(a) Ausfälle von Zügen anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen;
(b) die Nichtbereitstellung von Waren und Dienstleistungen durch eine andere Person;
(c) jeder Schaden, der während der Reise mit Zügen anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen auftritt;
(d) jeder Schaden, der während der Nutzung dieser anderen Waren und Dienstleistungen auftritt.

Jedoch wird jedes Eisenbahnverkehrsunternehmen oder deren Vertreter Ihnen helfen, wenn Sie einen Anspruch (siehe Bedingung 63) oder eine Beschwerde über Ihre Reise haben, entweder indem es dieses Anliegen selbst aufgreift oder indem es das Anliegen an die Eisenbahnverkehrsunternehmen oder andere Personen, die die fraglichen Waren und Dienstleistungen anbietet, weiterleitet.

8. Internationale Reisen
Diese Bedingungen treffen nicht zu, falls eine Fahrkarte für eine internationale Bahnfahrt innerhalb Europas ausgestellt wurde (einschließlich Reisen in einem Land, die ausdrücklich als Anschluss zu einer internationalen Bahnfahrt gebucht wurden). In diesen Fällen gelten:

(a) die Einheitlichen Rechtsvorschriften bezüglich des Vertrages über die internationale Beförderung von Reisenden und Gepäck auf Schienen (CIV), die Anhang A der Konvention bezüglich der internationalen Beförderung auf Schienen (COTIF) vom 9. Mai 1980 in der Fassung des Modifikationsprotokolls vom 3. Juni 1999 darstellen. Beide Dokumente sind auf der Website der Zwischenregierungs-Organisation für die internationale Beförderung auf Schienen (OTIF) verfügbar: www.otif.org;
(b) im in der CIV bereitgestellten Ausmaß die Beförderungsbedingungen des fraglichen Beförderers.

9. Elektronische Fahrausweise
In einigen Fällen können Eisenbahnverkehrsunternehmen, Verkehrs- oder Tarifverbünde, Reisebüros oder andere autorisierte Personen Ihnen einen Fahrausweis ausstellen, auf welchem die Details der Züge, zu deren Nutzung Sie berechtigt sind, zusammen mit etwaigen Ansprüchen auf Sachen oder Dienstleistungen anderer Personen, nur in elektronischer Form gespeichert werden. Solch ein Fahrausweis wird in diesen Bedingungen als elektronischer Fahrausweis bezeichnet. Der Begriff Fahrausweis im Sinne dieser Bedingungen umfasst stets auch elektronische Fahrausweise, soweit nichts anderes angegeben ist.

Ein elektronischer Fahrausweis kann gespeichert werden auf:
(i) einer Smartcard (einschließlich Karten der VDV-Kernapplikation);
(ii) einer Zahlungs- oder Identitätskarte;
(iii) einem Mobiltelefon;
(iv) einem persönlichen Organizer;
(v) einem anderen mobilen elektronischen Gerät; oder
(vi) einer Datenbank, in Zusammenhang mit einer autorisierten kontaktlosen Kredit- oder Debitkarte.

Wird eine Smartcard durch ein Eisenbahnverkehrsunternehmen ausgestellt, verbleibt es im Eigentum desjenigen Eisenbahnverkehrsunternehmens, welches die Entrichtung eines Pfandes von Ihnen verlangen kann. Wird diese Smartcard nicht mehr benötigt und in Übereinstimmung mit den veröffentlichten Bedingungen zur Nutzung der Smartcard zurückgegeben, wird das entrichtete Pfand zurückerstattet. Eine Smartcard ohne darauf hinterlegten elektronischen Fahrausweis ist keine gültige Fahrtberechtigung. Der Erwerb und die Nutzung elektronischer Fahrausweise, die in dieser Bedingung aufgezählt sind, unterliegen besonderen Nutzungsbedingungen. Diese werden Ihnen zur Verfügung gestellt, wenn Sie an einem solchen Programm teilnehmen.

In diesen Bedingungen wird auf Restriktionen, Stationen, Routen und Gültigkeitsdauern verwiesen, welche auf den Fahrausweisen vermerkt werden, jedoch werden diese Informationen auf Smartcards und ggf. auch auf den Karten oder Geräten in (ii) und (vi) der obigen Aufzählung nicht angezeigt. Jedoch werden alle Rechte, Restriktionen oder andere Nutzungsbedingungen (einschließlich dieser Bedingungen, sofern anwendbar) dennoch Anwendung finden und Ihnen bereitgestellt werden, wenn Sie Ihren elektronischen Fahrausweis oder elektronisches Guthaben erwerben.

B. GÜLTIGKEIT VON FAHRAUSWEISEN

10. Fahrausweise, die nur in Zügen bestimmter Eisenbahnverkehrsunternehmen gültig sind
Die Gültigkeit eines Fahrausweises kann:
a) beschränkt werden auf; oder
b) ausgeschlossen werden von
Fahrten in den Zügen eines oder mehrerer bestimmter Eisenbahnverkehrsunternehmen. Eine solche Restriktion oder ein solches Verbot wird auf dem Fahrausweis kenntlich gemacht. Reisen Sie in einem Zug mit einem ungültigen Fahrausweis, findet Bedingung 2 oder Bedingung 4 Anwendung. Ist es Ihnen unmöglich, einen Fahrausweis oder einen Teil eines Fahrausweises zu nutzen, können Sie möglicherweise eine Erstattung nach Maßgabe von Bedingung 26 oder Bedingung 36 erhalten. Für andere Restriktionen in Bezug auf die Nutzung von Fahrausweisen siehe die folgende Bedingung 11.

11. Geltungsdauer der Fahrausweise
Die Zeitdauer, während der ein Fahrausweis gültig ist, wird auf dem Fahrausweis aufgedruckt oder Ihnen anderweitig beim Kauf des Fahrausweises erläutert. Nutzen Sie einen Fahrausweis nach Ablauf der Gültigkeit, können Sie so behandelt werden, als hätten Sie den Zug ohne Fahrausweis bestiegen, und Bedingung 2 oder 4 wird Anwendung finden.

Falls aufgrund einer Verspätung Ihres Zuges die Gültigkeit Ihres Fahrausweises während Ihrer Reise ausläuft, dürfen Sie dennoch diese Reise beenden. Allerdings ist unter diesen Umständen eine Unterbrechung der Fahrt nicht gestattet, falls Ihr Zug nicht in dem Ausmaß verspätet ist, dass eine Fahrtunterbrechung angemessen bzw. erforderlich erscheint.

12. Restriktionen bezüglich der Fahrzeit
Restriktionen finden auf die Nutzung bestimmter Fahrausweise (einschließlich der mit einer vEVU-Card erworbenen) zusätzlich/abweichend zu denen in Bedingung 10 oben genannten Anwendung, etwa in Bezug auf die Tage und Zeiten, an denen Sie diese Fahrausweise nutzen können, und die Züge, in denen sie genutzt werden können. Diese Restriktionen werden Ihnen durch den Verkäufer beim Erwerb Ihres Fahrausweises erläutert. Falls eine Restriktion Anwendung findet und der von Ihnen genutzte Fahrausweis nicht in dem Zug gültig ist, in dem Sie reisen:

(a) sind Sie dazu verpflichtet, einen Tarifübergang (die Differenz zwischen dem für den Fahrausweis, den Sie besitzen, entrichteten Preis und dem Preis des günstigsten Fahrausweises für die sofortige Fahrt, welche Sie zu der Reise in dem Zug für die auf Ihrem Fahrausweis angegebene Relation berechtigt hätte) zu erwerben; oder

(b) im Fall bestimmter vergünstigter Fahrausweise (wie in den Hinweisen und Veröffentlichungen angegeben) wird Bedingung 2 oder 4 Anwendung finden.

Falls Sie einen Sparpreis-Fahrausweis erwerben, müssen Sie diesen Fahrausweis in dem bei der Buchung festgelegten Zug/Zügen nutzen. Falls Sie jedoch diesen Zug aufgrund einer Verspätung eines vorherigen Anschlusszuges verpassen, dürfen Sie ohne Zuzahlung mit dem folgenden Zug des Eisenbahnunternehmens, deren Zug Sie ursprünglich gebucht haben, reisen.

Falls Sie einen Talzeit- oder Super-Talzeit-Normalpreis-Fahrausweis besitzen und einen Zug besteigen, in dem Ihr Fahrausweis nicht gültig ist, werden Sie lediglich die Differenz zwischen dem entrichteten Fahrpreis und dem günstigsten gültigen Normalpreis- oder Talzeit-Normalpreis für den fraglichen Zug entrichten müssen. Das gleiche Prinzip findet Anwendung, falls Sie den Übergang in die erste Klasse wünschen. Diese Regel findet nicht Anwendung in Gebieten, in denen ein erhöhtes Beförderungsentgelt erhoben wird, da Sie dort möglicherweise ein erhöhtes Beförderungsentgelt entrichten müssen.

13. Der Reiseweg
(a) Sie dürfen zwischen den Stationen, die auf dem Fahrausweis in Ihrem Besitz angegeben sind, reisen in:

(i) einem Zug, in welchem Sie die gesamte Fahrt ohne Umstieg vollständig abschließen können;
(ii) Zügen, welche den kürzesten Weg nehmen, welche mit fahrplanmäßigen Personenzügen abgedeckt ist;
(iii) Zügen, welche die Wege nehmen, die im Nationalen Entfernungszeiger hinterlegt sind.

Auf Anfrage muss der Fahrausweisverkäufer Sie darüber beraten, ob der von Ihnen gewünschte Reiseweg mit Ihrem Fahrausweis nutzbar ist.

(b) Nutzen Sie einen Zonenfahrausweis, dürfen Sie in den Zügen reisen, welche jeglichen Weg innerhalb der Zone oder den Zonen befahren, welche auf Ihrem Fahrausweis angegeben ist/sind.

(c) Die Wege, welche in (a) (ii), (a) (iii) und (b) oben definiert werden, werden unter dem Begriff „erlaubte Wege“ zusammengefasst.

(d) Die Nutzung bestimmter Fahrausweise kann auf Züge beschränkt werden, welche:

(i) auf ihrem Reiseweg bestimmte Orte durchfahren und/oder umgehen;
(ii) den direkten Weg befahren.

Solche Restriktionen werden auf dem Fahrausweis angegeben.

(e) Falls Sie Ihre Reise auf einem anderen Weg antreten als in (a) und (b) oben definiert, müssen Sie eine Umwegfahrkarte erwerben. Diese Umwegfahrkarte wird zum Preis ausgegeben, welcher der Differenz zwischen dem von Ihnen erworbenen Fahrausweis und dem günstigsten Fahrausweis, verfügbar an einer personenbedienten Verkaufsstelle für die sofortige Reise, welche Sie zur Reise über diesen Weg berechtigt hätte, entspricht.

14. vEVU-Cards
Falls Sie einen Fahrausweis mit der Vergünstigung einer vEVU-Card erwerben, müssen Sie bei Ihrer Fahrt den Fahrausweis, diese vEVU-Card sowie etwaige erforderliche Kundenkarten/Verbundpässe mitführen. Zusätzliche Bedingungen finden Anwendung auf die Nutzung von vEVU-Cards. Details dieser Bedingungen erhalten Sie vom Verkäufer der vEVU-Cards.

15. Kundenkarten
Bestimmte Fahrausweise (zu denen viele Zeitkarten, Fahrausweise mit vEVU-Card-Vergünstigung und elektronische Fahrausweise gehören) sind nur gültig mit entweder:

(a) einer Kundenkarte, welche eine fotografische Abbildung derjenigen Person enthält, für welche der Fahrausweis ausgestellt wurde; oder
(b) eine andere Form der persönlichen Identifikation.

Die Einzelheiten dieses Erfordernisses sowie der Fahrausweise, auf welche dieses Anwendung findet, sind bei jeder Verkaufsstelle verfügbar, welche diese Fahrausweise verkauft. Falls die Nutzung einer Zeitkarte oder einer vEVU-Card die Mitführung einer Kundenkarte oder eines Verbundpasses erfordert, muss auf der Zeitkarte (falls sie kein elektronischer Fahrausweis ist) oder vEVU-Card die Seriennummer der Kundenkarte eingetragen sein.

Falls Sie die Kundenkarte verlieren oder die Abbildung auf der Kundenkarte Ihnen nicht mehr entspricht, ist die Ausstellung einer neuen Kundenkarte erforderlich. In diesem Fall wird diejenige Stelle, die Ihnen die Zeitkarte oder im Falle einer vEVU-Card jedes Eisenbahnverkehrsunternehmen Ersatz ausstellen, welche – falls anwendbar – die neue Seriennummer der Kundenkarte trägt. Sie sind möglicherweise dazu verpflichtet, eine angemessene Gebühr (12 Euro nicht überschreitend) für die Ersatzausstellung zu entrichten.

C. NUTZUNG DER FAHRAUSWEISE

16. Beginn, Unterbrechung oder Ende einer Reise an Zwischenstationen
Sie dürfen eine Reise (in jeder Richtung im Falle einer Rückfahrkarte) an jeder Zwischenstation beginnen, oder unterbrechen und wiederaufnehmen, falls Ihr Fahrausweis für die Züge gültig ist, welche Sie nutzen möchten. Sie dürfen auch Ihre Reise (in jeder Richtung im Falle einer Rückfahrkarte) vor dem auf dem Fahrausweis angegebenen Ziel beenden. Jedoch gelten diese Rechte möglicherweise nicht bei der Nutzung bestimmter Fahrausweise, für welche eine Fahrtunterbrechung nicht erlaubt ist, worauf Sie der Fahrausweisverkäufer beim Verkauf des Fahrausweises hinweisen muss.

Falls Sie Ihre Reise an einer Zwischenstation beginnen, unterbrechen und wiederaufnehmen, oder beenden, und hierzu nicht berechtigt sind, sind Sie verpflichtet, eine Umwegfahrkarte zu erwerben. Der Fahrpreis ist die Differenz zwischen dem von Ihnen entrichteten Fahrpreis und dem Preis des günstigsten Fahrausweises/der günstigsten Fahrausweise, welche im personenbedienten Verkauf für den sofortigen Fahrtantritt verfügbar sind, welche Sie dazu berechtigt hätten, die Reise mit den von Ihnen genutzten Zügen an der Station zu beginnen, unterbrechen und wiederaufzunehmen, oder zu beenden.

Ein Fahrausweis, welcher Sie zur Nutzung der städtischen Verkehrsmittel im Transit zwischen zwei Eisenbahnstationen berechtigt, berechtigt Sie nicht zur Fahrtunterbrechung bei Fahrten in diesen Netzen, es sei denn, es handelt sich um eine Zeitkarte oder um eine Verbundzeitkarte.

Im Sinne dieser Bedingung und Bedingung 11 gilt auch als Fahrtunterbrechung, wenn Sie den Bahnhof eines Eisenbahnverkehrsunternehmens oder Eisenbahninfrastrukturunternehmens verlassen, nachdem Sie Ihre Reise begonnen haben, es sei denn, Sie:

(i) besteigen einen Zug an einer anderen Station, oder

(ii) suchen eine Übernachtungsmöglichkeit auf, falls Sie Ihre Reise nicht sinnvollerweise an einem Tag beenden können, oder

(iii) befolgen hierbei Anweisungen eines Mitarbeiters eines Eisenbahnverkehrsunternehmens oder Eisenbahninfrastrukturunternehmens.

17. Nutzung von Rückfahrkarten
Eine Rückfahrkarte (einschließlich zweiteiliger Rückfahrkarten) ist für die auf dem Fahrausweis angegebene Hinfahrt nur gültig, wenn der Fahrausweis vollständig unbenutzt ist. Sie dürfen die Hinfahrt einer Rückfahrkarte nicht nutzen, nachdem Sie die Rückfahrt angetreten haben.

18. Überschreitung der auf dem Fahrausweis angegebenen Relation
Falls Sie über das auf dem Fahrausweis angegebene Fahrtziel hinaus gereist sind, werden Sie so behandelt, als hätten Sie den Zug ohne Fahrausweis für den zusätzlichen Fahrtabschnitt bestiegen. Bedingung 2 oder 4 wird für den zusätzlichen Fahrtabschnitt Ihrer Reise behandelt.

19. Kombination mehrerer Fahrausweise
Sie dürfen zwei oder mehr Fahrausweise für eine Reise verwenden, solange sie die gesamte Fahrtstrecke abdecken und mindestens eine der folgenden Bedingungen zutrifft:

(a) sie sind beide zonale Fahrausweise, falls nicht besondere Bedingungen ihre Nutzung in dieser Weise ausschließen. Der Fahrausweisverkäufer wird Sie auf Anfrage dahingehend beraten, ob Sie einen zonalen Fahrausweis in Verbindung mit einem anderen Fahrausweis nutzen können.

(b) der Zug, in welchem Sie sich befinden, hält an einer Station, an welcher Sie von einem Fahrausweis auf den anderen wechseln können;

oder

(c) eines der Fahrausweise ist eine Zeitkarte (ausgeschlossen sind Zeitkarten, welche im Namen eines Verkehrsverbundes oder einer regionalen Gebietskörperschaft ausgestellt wurden) oder ein Freizeitpass, und der andere Fahrausweis/die anderen Fahrausweise sind keine solchen.

Sie müssen jegliche, auf den Fahrausweisen angegebene Restriktionen in Bezug auf die Fahrt in den Zügen eines bestimmten Eisenbahnverkehrsunternehmens oder bestimmter Eisenbahnverkehrsunternehmen einhalten (siehe Bedingung 10).

Falls Sie sich nicht entsprechend dieser Bedingung verhalten, werden Sie so behandelt, als hätten Sie den Zug ohne Fahrausweis bestiegen, und Bedingung 2 oder 4 wird Anwendung finden, entweder auf die gesamte Reise oder vom letzten Halt des Zuges an, an dem mindestens einer der Fahrausweise gültig war.

„Freizeitpass“ im Sinne dieser Bedingung umfasst alle Mehrfahrtenkarten (ausgenommen Zeitkarten) gültig für:

(i) mindestens sieben aufeinanderfolgende Tage; oder

(ii) mindestens drei Tage in einer Periode von mindestens sieben aufeinanderfolgenden Tagen
und schließt Westeuropa-Pässe, Osteuropa-Pässe, Länder-Pässe und internationale Passangebote ein.

20. Einzug von Fahrausweisen
Falls Sie in irgendeiner Weise eine Bedingung, die die Nutzung Ihres Fahrausweises regelt, nicht befolgen, dürfen Mitarbeiter oder Vertreter jedes Eisenbahnverkehrsunternehmens Ihren Fahrausweis einziehen und Ihnen hierfür eine Quittung einstellen. Im Falle eines elektronischen Fahrausweises können Sie aufgefordert werden, den Mitarbeiter oder Vertreter des Eisenbahnverkehrsunternehmens die gespeicherten Daten löschen zu lassen, oder ihnen zeigen, dass Sie dies in Übereinstimmung mit den Nutzungsbedingungen des Fahrausweises getan haben.

D. IHRE PFLICHTEN

21. Erwerb von Fahrausweisen
Sobald es Ihnen möglich ist, sollten Sie überprüfen, dass die Details auf Ihrem Fahrausweis mit der Reise, welche Sie geplant haben, übereinstimmen und Sie das korrekte Wechselgeld erhalten haben. Falls Sie vermuten, dass ein Fehler unterlaufen ist, sollten Sie dies der Person, welche Ihnen den Fahrausweis verkauft hat, unverzüglich mitteilen.

22. Fahrausweiskontrolle
Sie müssen bei der Fahrausweiskontrolle in Übereinstimmung mit Bedingung 15 einen gültigen Fahrausweis und jede relevante vEVU-Card, Kundenkarte/Verbundpass oder andere Form persönlicher Identifikation vorzeigen und, falls von Personal eines Eisenbahnverkehrsunternehmens oder eines ihrer Vertreter verlangt, zur Kontrolle aushändigen. Falls Sie dies unterlassen, werden Sie wie ein Reisender behandelt, der den Zug ohne Fahrausweis betreten hat, und Bedingung 2 oder 4 wird Anwendung finden. Kann ein elektronischer Fahrausweis nicht angezeigt werden, werden Sie wie ein Reisender behandelt, der keinen gültigen Fahrausweis zur Kontrolle aushändigen konnte.

23. Beschädigte oder veränderte Fahrausweise
Ist ein Fahrausweis beschädigt worden oder in irgendeiner Form manipuliert oder verändert worden, ist er nicht gültig zur Fahrt. Bei Rückgabe an das Eisenbahnverkehrsunternehmen oder das Reisebüro, welches Ihnen den Fahrausweis verkauft hat, werden diese jedoch die Ausstellung eines Ersatzfahrausweises besorgen, falls nicht Anlass zur Vermutung besteht, dass der Fahrausweis für betrügerische oder andere unerlaubte Zwecke genutzt wurde oder werden sollte. Gegebenenfalls müssen Sie für die Ausstellung eines Ersatzfahrausweises eine angemessene Verwaltungsgebühr (nicht über 10 Euro) entrichten.

24. Verlorene, gestohlene oder verlegte Fahrausweise
Ein Fahrausweis ist Beweis für Ihr Recht, eine Eisenbahnfahrt zu unternehmen, und es ist Ihre Verantwortung, ihn sicher aufzubewahren. Falls Sie einen Fahrausweis verlieren, verlegen, oder er gestohlen wird, kann weder Ersatz besorgt noch eine Erstattung durchgeführt werden. Allerdings können bestimmte Smartcards unter bestimmten Umständen ersetzt werden, falls sie registriert wurden. Der Verkäufer der Smartcard kann Sie darüber informieren, ob und unter welchen Umständen dies zutreffen kann. Darüber hinaus können Eisenbahnverkehrsunternehmen bestimmte Zeitkarten unter den in Bedingung 34 genannten Umständen ersetzen.

25. Zustieg, Ausstieg oder Umstieg

E. IHRE ERSTATTUNGSANSPRÜCHE

26. Erstattungen von Fahrausweisen, welche nicht benutzt wurden

27. Erstattungsmethode

28. Erstattung bei rechtswidriger Nutzung einer Karte

F. ZUSÄTZLICHE BEDINGUNGEN FÜR ZEITKARTEN

29. Anwendungsbereich

30. Geltung

31. Ablauf

32. Missbrauch

33. Beschädigte Fahrausweise

34. Verlorene, gestohlene oder verlegte Fahrausweise

TEIL II
BEFÖRDERUNGSBEDINGUNGEN FÜR GEPÄCK, GEGENSTÄNDE, TIERE UND FAHRRÄDER

TEIL III
BEDINGUNGEN IN BEZUG AUF VERLORENES EIGENTUM

TEIL IV
ALLGEMEINE BEDINGUNGEN

ANHANG A
DEFINITIONEN

ANHANG B
INFORMATIONEN IN BEZUG AUF DIE BEFÖRDERUNG VON GEPÄCK, GEGENSTÄNDEN UND TIEREN

ANHANG C
LISTE DER EISENBAHNVERKEHRSUNTERNEHMEN, WELCHE DIESE BEDINGUNGEN ANWENDEN

Sprück Personenverkehr AG, Zürich